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Der Glasfaserausbau in der Pilotregion Stadtland geht derzeit gut voran - hier der dritte Teil mit NÖGIG Geschäftsführer Hartwig Tauber

Der Glasfaserausbau in der Pilotregion Stadtland geht derzeit gut voran - hier der dritte Teil mit NÖGIG Geschäftsführer Hartwig Tauber Politik, Wirtschaft, Wissen

Im Juli 2014 wurde die Kleinregion Waldviertel StadtLand (Amaliendorf-Aalfang, Brand-Nagelberg, Gmünd, Großdietmanns, Heidenreichstein, Hirschbach, Hoheneich, Kirchberg am Walde, Schrems, Unserfrau-Altweitra und Waldenstein) als eine von fünf Pilotregionen für den Breitbandausbau des Landes Niederösterreichs ausgewählt. Wir fragten in einem weiteren Interview den aktuellen Status des Projektes ab.

Kleinregion Waldviertel StadtLand

Vierteleins: Vor zwei Jahren haben wir unser erstes Interview zum Breitbandprojekt für die Pilotregion Waldviertel Stadtland veröffentlicht. Welche Städte und Ortschaften wurden bis jetzt angeschlossen und welche werden in den nächsten Monaten folgen?

Tauber: Der Ausbau in der Pilotregion Stadtland geht derzeit gut voran. Im Vergleich zum ursprünglichen Zeitplan gab es einige Verzögerungen, da das Projekt als Pilotprojekt hier natürlich hohe Ambitionen hat, in professioneller Weise umgesetzt zu werden. Es ist die Natur eines Pilotprojektes, dass Erfahrungen gesammelt werden, wie ein Ausbau der Glasfasernetze professionell und effizient erfolgen kann. Dazu müssen die entsprechenden Prozesse und formalen Voraussetzungen geschaffen werden. Dabei hat sich herausgestellt, dass einige der Projektschritte länger dauern als ursprünglich geplant. Hier war das Jahr 2016 für die nöGIG und auch für die Pilotregionen sehr wichtig, denn es konnten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass nun eine schneller und effizienter Ausbau erfolgt.
Derzeit sind in der Pilotregion die Netze in Heidenreichstein, Amaliendorf-Aalfang und ab Jänner auch Schrems in Betrieb. Nun werden die bestehenden Leerrohrnetze Schritt für Schritt mit Glasfasern befüllt bzw. die noch fehlenden Lückenschlüsse durchgeführt. Somit ist damit zu rechnen, dass noch im ersten Quartal 2017 weitere Bereiche von Heidenreichstein sowie ein Teil von Schrems, Langschwarza und die Ortschaft Gebharts mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden. Ein wichtiger Faktor ist derzeit das Wetter, denn die extreme Kälte hat zu einem vorübergehenden Baustopp geführt. Auch das Einblasen der Glasfasern ist bei massiver Kälte nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich.
Abgesehen von den schon bestehenden Netzen werden in den nächsten Monaten schrittweise auch ganze Ortschaften zum Bau ausgeschrieben.

Vierteleins: Sind im Zuge des Glasfaserausbaus neue Projekte entstanden welche so nicht absehbar waren?

Tauber: Der Ausbau der Pilotregion erfolgt derzeit wie geplant und projektiert. Neue Projekte, die eine massive Auswirkung auf den Piloten hätten sind nicht entstanden.

Kleinregion Waldviertel StadtLand

Vierteleins: Für das Pilotprojekt Waldviertel Stadtland ist eine Million Euro budgetiert (Interview 7.12.2014). Wie entwickelte sich das Projekt aus finanzieller Sicht? Gibt es bereits einen Finanzrahmen für den Breitbandausbau im gesamten Waldviertel?

Tauber: Das Gesamtbudget für die vier Pilotregionen wurde in der Zwischenzeit auf 60 Millionen € festgelegt. Somit steht ausreichend Kapital zur Verfügung, um einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser in den vier Pilotregionen durchzuführen. Dieses Geld ist keine Förderung sondern das Projekt wurde von Anfang an vom Land Niederösterreich so konzipiert, dass 30 Millionen als Eigenkapital für die nöGIG zur Verfügung stehen und weitere 30 Millionen über Banken finanziert werden.
Natürlich bewirbt sich die in nöGIG auch um Förderungen aus der Breitbandmilliarde des Bundes und konnte hier schon einige Projekte erfolgreich einreichen.


Vierteleins: Die Firma OPTISIS GmbH aus Gmünd/NÖ, ein Tochterunternehmen der OPTISIS d.o.o. in Maribor/Slowenien, ist der neutrale Netzbetreiber für die Region. Kommen die Teilnehmernetzgeräte (CPEs) für die Endkunden (zB. Modem, Router,..) auch von diesem Unternhemen? Kann aus verschiedenen Geräten gewählt werden?

Tauber: Grundsätzlich wird das aktive Endgerät zur Aktivierung des Glasfaseranschlusses vom jeweiligen neutralen Netzbetreiber zur Verfügung gestellt. In der Kleinregion Stadtland ist dies die  Firma Optisis. Üblicherweise wird danach noch ein Router oder ähnliches Endgerät vom Internet Service Provider angefügt, so wie dies auch bei allen anderen Breitbandanschlüssen üblich ist. Hier gibt es auch bei der Glasfaser keinen Unterschied.

Kleinregion Waldviertel StadtLand

Vierteleins: Nach dem Ausbau des Glasfasernetzes in der Region soll die Infrastruktur auch für Mobilfunkbetreiber zugänglich gemacht werden. Wurden bereits erste Gespräche geführt um die Region auch weiter HSDPA/LTE fit zu machen?

Tauber: Was die Versorgung mit Mobilfunkt betrifft, gibt es bereits intensive Gespräche mit den Anbietern T-Mobile und Drei. Die A1 Telekom Austria hat teilweise bereits Glasfaserleitungen in den Projekten der nöGIG mitverlegt, um Mobilfunkmasten mit Glasfaser anzubinden und somit die Mobilfunkversorgung zu verbessern.
Die nöGIG macht dabei nicht bei der derzeit aktuellen 4G/LTE Generation halt. Schon jetzt werden die Anforderungen betreffend eines zukünftigen 5G-Ausbaus in der Region geprüft und, soweit möglich, beim Ausbau berücksichtigt.

Vierteleins: Unter http://netz.optisis.at/ sind bereits erste Produkte von den Serviceprovidern gelistet. Werden hier zusätzlich zum Breitband-Internet noch weitere digitale Services wie HD-TV, Video on Demand oder Digital Telefonie folgen?

Tauber: Derzeit werden in den Netzen der Kleinregion Stadtland Internet und Telefonie als Basisservice angeboten. In den letzten Monaten konnten zusätzliche Anbieter gewonnen werden. Weitere werden folgen. Ob diese auch TV-Dienste anbieten, hängt von den Firmen selbst ab. Aufgrund der großen Nachfrage nach TV-Diensten ist jedoch mittelfristig davon auszugehen, dass auch entsprechende Angebote auf dem Glasfasernetz zur Verfügung stehen werden.

https://www.kabelplus.at/stadtland
http://www.wvnet.at/page.asp/-/59.htm  
https://teletronic.at/stadtland

 

Hier geht es zum ersten Teil --> http://vierteleins.at/magazin/38,schnelles-internet-fuer-die-region-vierteleins-interviewt-den.html

Hier geht es zum zweiten Teil --> http://vierteleins.at/magazin/52,die-basis-fuer-schnelles-internet-fuer-die-pilotregion-wurde.html

 

Hartwig Tauber ist seit über einem Jahr Geschäftsführer der NÖ Glasfaserinfrastruktur (NÖGIG). Er hat 20 Jahre Breitband- und IKT-Erfahrung. Er leitete mehrere nationale und internationale Breitbandprojekte in Österreich und hält den Titel Professor(FH) für E-Business Management an der IMC Fachhochschule Krems. In seiner leitenden Position als Geschäftsführer des FTTH Council Europe ist Hartwig Tauber in mehrere europäische und globale Projekte involviert, die das Ziel haben, den Ausbau von Glasfaser bis zum Haushalt voranzutreiben.

foto (c) Hartwig Tauber
foto (c) Hartwig Tauber


Veröffentlicht am 22.10.2015 
Autoren: Vierteleins Redaktion,


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